Fütterung bei Pantherophis guttatus

Kein Futtertier, das dicker ist, als der doppelte Umfang der dicksten Stelle der Schlange!
Ansonsten gilt, lieber mehrere zu kleine, als ein zu grosses Futtertier. Wichtig ist, kein Futtertier anzubieten dessen Kopf grösser ist, als der der Natter selbst, da dies zum Auswürgen oder zu Verletzungen führen kann.

Wie töten Schlangen ihre Beute?
Die Schlange umschlingt die Maus mit mehreren Körperschlingen, und drückt kräftig zu.
Jedesmal wenn die Maus ausatmet, verstärkt die Schlange den Druck ihrer Schlingen.

Vielfach dauert dabei der Tod einer Maus in der Umarmung einer Schlange auch nur wenige Sekunden, da sie an einem Schock stirbt, oder zumindest sehr schnell bewusstlos wird.
Erwürgen ist es eigentlich oftmals weniger - sondern ein Herztod durch enorm starken Druck auf den Brustkorb.
Das Herz kann kein Blut mehr pumpen, und der Kreislauf kollabiert.
Durch die Umschlingung wird in der Regel sehr viel Blut in den Kopf gedrückt, wo es dann die Bewußtlosigkeit auslöst.

Es gibt aber auch weniger "begabte" Tiere, die nicht fest genug zudrücken, oder nicht an den richtigen Stellen. Hier kann man dann schon von Erwürgen sprechen, und der Tod der Maus kann sich mehrere Minuten lang hinziehen.

Was füttern?
Man kann Ratten, Wüstenrennmäuse, Hamster, Vielzitzen, Mäuse und auch in angepasster Grösse Vögel verschiedener Arten verfüttern.
Es gibt bei den Tieren durchaus unterschiedliche Vorlieben was das Futter angeht - manche fressen aber auch einfach nahezu alles, was man ihnen an anbietet.
Ratten und Hamster haben einen recht hohen Nährwert, weswegen man sie etwas vorsichtiger verfüttern sollte als Mäuse, denn zuviele von ihnen oder in zu kurzen Abständen können zu Übergewicht führen, was natürlich nicht sonderlich gesund ist.
Sie sind aber z.B. ideal, um ein Tier, welches durch Krankheit oder Trächtigkeit viel Gewicht verloren hat, wieder schneller zunehmen zu lassen.

Vögel, wobei die Erfahrungen hier besonders auf Eintagsküken beruhen, sollen zu einem recht dünnflüssigen, übel riechenden Kot führen. Auch sind Küken als alleinige Nahrung nicht geeignet, da sie wohl für die Dauer zuwenig an Nährstoffen bieten.

Als Ergänzung nehmen manche Kornnattern gern auch Eier kleiner Vögel an, wie hier im Beispiel zu sehen ist:



Wo füttern?
Im Terrarium zu füttern ist die einfachste und stressfreiste Möglichkeit.
Dabei bietet man der Schlange in ihrer gewohnten Umgebung das Futter an - bevorzugt auf einem glatten Untergrund (Teller, Stein, Ablage der Rückwand), damit kein Bodengrund mitgefressen werden kann.

Ausserhalb in einer Box ist die sichere Variante der Fütterung.
Hierbei holt man das Tier aus dem Terrarium, und setzt es zusammen mit dem Futter in eine geeignete Box (ohne Bodengrund).
So kann man kontrollieren, dass keinesfalls Bodengrund mitgefressen wird, und kann schnell eingreifen, falls Probleme entstehen. Bevorzugt wird diese Art der Fütterung angewendet, wenn mehrere Tiere in einem Terrarium sitzen - da es hierbei zu Futterneid, gleichzeitigem Verbeissen mehrerer Tiere in ein Futtertier kommen könnte.

Größe der Mäuse, wann welche anzuraten ist:
Pinkys -neugeborene bis wenige Tage alte noch nackte Mäusebabies- eignen sich für Schlüpflinge und einige Monate alte Nattern gut. Allerdings sind sie auch ideal für Tiere, die mehrere Wochen Futterpause hinter sich haben, da sonst der Magen bei schwerer verdaulichen grösseren Mäusen streiken könnte.
Sie sind so leicht verdaulich, da sie keine Haare haben, und die Knochen noch sehr weich sind.

Fuzzys/Speckies sind leicht behaarte noch blinde Mäusebabies, die man bevorzugt Nattern ab etwa 45cm Länge gibt. Sie eignen sich nicht für Schlüpflinge, da sie zu gross sind.

Springer/Hüpfer sind bereits vollbehaarte Mäusebabies, die schon deutlich grösser als Speckies sind, und etwa 2 Wochen alt. Diese Phase geht von Augen noch geschlossen bis Augen geöffnet. Sie sind sehr agil, springen und hüpfen schnell und viel. Sie eignen sich für Nattern ab 60-65cm. Spätestens hier sollte man darauf achten, bei einer Fütterung zugegen zu sein, da die Springer auch schon sehr kräftig zubeissen können. Eingreifen kann nötig sein.

Semiadult werden Mäuse in der Phase genannt, in der sie bereits komplett ausgebildet sind, aber noch nicht die Endgröße erreicht haben. In dieser Phase können sie aber bereits fortpflanzungfähig sein.

Adult sind Mäuse, wenn sie ihre volle Größe erreicht haben. Sie eignen sich nur für Nattern, die mind. 80cm erreicht haben.

Woher Mäuse beziehen?:
Bei nur ein oder zwei Tieren ist der Kauf im Zoohandel oder beim privaten Züchter anzuraten. Einmal alle 5-14 Tage, abhängig von Alter und Größe der Natter, sind 1-2 Mäuse nötig.
Bei mehreren Tieren kann sich eine eigene Zucht lohnen, da man so auch immer die nötige Größe zuhause hat, nicht ständig zum Zoohandel fahren muß. Das lohnt sich vorallem dann, wenn man bevorzugt lebend füttern möchte.
Es kann lebend oder tot gefüttert werden.
Frostfutter kann man auch im Internet bestellen, und hat den Vorteil, daß man so immer einen Vorrat zuhause haben kann. Frostfutter ist ebenfalls in allen Größen erhältlich, und auch für zartere Gemüter geeignet, die sich schwer tun, lebende Mäuse zu verfüttern. Vorraussetzung dafür ist allerdings, daß die Natter auch totes Futter annimmt, was nicht immer der Fall ist.

Bei qualitativ gutem Frostfutter (bei erfahrenen Haltern informieren, wo man solches beziehen kann) möchte ich dringend von zusätzl. Vitamingaben abraten, da eine Übervitaminisierung schnell passiert und tödlich enden kann. Im Gegensatz zu einem Mangel kann sie auch nicht so gut behandelt werden.
Mangelerscheinungen treten bei Schlangen, die sich von Säugetieren ernähren, nur selten auf, und haben dann in aller Regel auch einen besonderen Hintergrund.
Z.B. sehr schlecht ernährte Futtertiere über einen längeren Zeitraum verfüttert, kranke Schlangen, angeborene Defekte der Schlangen etc.
Gerade weil fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) eine Depotwirkung haben, und bei Überdosierung extreme Folgen haben können, würde ich daher unbedingt von einer zusätzlichen Supplimentieren abraten.
Auch wenn man nur alle 4-5 Fütterung etwas zugibt, kann sich über längere Zeit eine schädliche Dosis im Körper anreichern.
Schlechtes Frostfutter sollte man am besten garnicht erst verfüttern.

Das oft kursierende Gerücht, Frostfutter sei immer deutlich vitaminärmer als lebendes Futter/Frischtotes, ist nicht korrekt.
Bei Lagerung bis max. 6 Monaten im Gefrierfach, vorheriger guter Fütterung und einem schnellen Frosten nach dem Tod, ist Frostfutter nahezu genauso gehaltvoll wie lebende Mäuse, und ebenso gehaltvoll, wie frischtote Mäuse es sind.
Das erklärt sich dadurch, dass während dem Gefrieren der Abbau der Vitamine extrem verlangsamt wird, genauso wie der gesamte Verwesungsprozeß dabei verlangsamt wird.

© by Carmen D.
www.guttatus.de