Bei Tierarten, die einer Zucht durch den Menschen unterliegen, wird die Inzucht eingesetzt, um :
  • bestimmte Rassen zu erhalten / zu kreieren
  • eine (seltene) Art möglichst rein ohne Fremdblut anderer Arten/Unterarten zu erhalten
  • bereits vorhandene positive Merkmale zu verstärken, wie beispielsweise Färbung oder Zeichnung (wenn man es in diesem Fall auf Pantherophis guttatus bezieht) oder z.B bei Hunderassen körperliche, farbliche und charakterliche Eigenschaften.

Bei Inzucht(vielmehr Inzestzucht) werden miteinander eng verwandte Tiere (z.B. Bruder x Schwester) untereinander verpaart. Durch den begrenzten Genpool werden somit homozygote (reinerbige) Tiere gefördert. Das bedeutet, diese Tiere besitzen zwei gleiche Allele auf dem Genlocus, im Gegensatz zu den heterozygoten Tieren, die zwei verschiedene Allele aufweisen. Es begünstigt das homozygote Auftreten rezessiver Gene, sowohl "guter" erwünschter als auch "schlechter" unerwünschter.

Unter anderem kann sich dies mit sinkender Fruchtbarkeit bis Sterilität, sichtbaren Missbildungen am Körper, nicht sichtbaren innerlichen Erkrankungen (missgebildete Organe, Fehlfunktionen von Organen, ect.), schwachen Tieren, Totgeburten...usw. auswirken, eben immer abhängig davon, was an genetischen Informationen weitergegeben wird. Dabei ist nicht die Inzucht selbst der Auslöser, sondern eben das, was die Tiere an Genmaterial sowieso schon mit sich bringen, und durch Inzucht nur schneller und deutlicher zutage kommen kann.
Hat man im Ergebnis nun aber solche Tiere, die zwar behindert, aber lebens- und sogar fortpflanzungsfähig sein mögen, sollte man sie trotzdem keinesfalls zur Zucht (auch nicht mit Fremdblut) einsetzen, da diese genetischen Defekte (rezessiv) wieder an die Nachkommen weitergegeben werden. Hat man bereits schwächliche Geschwistertiere aus einer Inzuchtlinie, sollte man diese auch nicht miteinander verpaaren, sondern besser frisches Blut einkreuzen.

Da man gesunden, vitalen Tieren einen Gendefekt, den sie durchaus in sich tragen können, nicht ansieht, sollte man vorsichtig sein, und Inzucht nicht zu weit treiben. Man sollte damit keinesfalls experimentieren, nur weil man die Möglichkeiten hat, denn Tiere sind ebenso fühlende und leidensfähige Lebewesen wie wir.
Gesunde, schöne Tiere sollten immer das erste Ziel sein, nicht das Erwirtschaften von möglichst viel Geld durch seltene oder neue Farbvarianten. Schon bei der Auswahl der Zuchttiere sollte man auf gute Gesundheit der Elterntiere und der Schlüpfinge achten, auch Schlupfrate und Freßverhalten kann aufschlußreich sein.

Die einzige wirkliche Folge von Inzucht ist die sog. Inzuchtdepression. Hierbei zeigen sich vorallem ein schwächeres Imunsystem, verminderte Fruchtbarkeit und teils auch eher kleinbleibende Tiere, die allgemein schwächeln. Dem kann man aber vorbeugen, wenn man immer auf seine Zuchtauswahl achtet, und nur wirklich vitale und starke Tiere zur Zucht einsetzt oder/und spätestens in der F3 Fremdblut einkreuzt.

© by Carmen D. www.guttatus.de