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Paarung und Eiablage |
Die Paarung findet meist im Frühjahr nach der ersten Häutung, welche auf die Überwinterung folgt, statt. Aber auch ohne Überwinterung und nicht nur im Frühjahr paaren sich die Tiere.
Wenn man also Vermehrung verhindern möchte, muss man die Geschlechter das ganze Jahr über getrennt unterbringen.
Das Weibchen sollte für die Paarung ein ausreichendes Gewicht aufweisen.
Persönlich würde ich ein Weibchen nicht unter 300gr paaren lassen.
Meist verlieren sie einen beträchtlichen Teil ihres Gewichtes (oft um 100gr oder mehr, abhängig von der Grösse des Geleges) durch die Eiablage - daher ist es auch so wichtig, dass sie vor einer Verpaarung ausreichend Fettreserven aufweisen.
Das erste Anzeichen für eine bald bevorstehende Paarung zweier Kornnattern ist das auffällige Verhalten des Männchens. Dieses zieht nervös und ruhelos im Terrarium herum, verfolgt das Weibchen und streichelt es mit seinem Kinn am Rücken.
Er umschlingt sie mit seinem Körper und wirbt um sie, bis sie bereit für ihn ist.
Dieses Verhalten wird durch die Pheromone (Duft-Lockstoffe) des Weibchens ausgelöst, welche sie bei Paarungsbereitschaft absondert.
Ist das Weibchen dann letztendlich bereit, bleibt es ruhig liegen, und lässt das Männchen gewähren. Die Paarung wird mehrmals vollzogen, und das Ganze kann sich auch über einige Wochen hinziehen.
Bei der Paarung führt das Männchen einen seiner Hemipenise in die Hemiklitoris des Weibchens ein (siehe Foto unten).
Dabei umschlingen sich die Schwänze der beiden.
Ist das Weibchen befruchtet, produziert ihr Körper keine Pheromone mehr, und die Paarungen werden eingestellt.
In der Trächtigkeit kann es zur Futterverweigerung des Weibchens kommen.
Das kann sich je nach Tier unterschiedlich stark ausprägen. So verweigern manche Tiere von Anfang an das Futter, andere nehmen nur noch kleinere Futtertiere an, wieder andere verweigern erst ab kurz vor der finalen Häutung (ca.2-3 Wochen vor der Eiablage).
Manche fressen allerdings auch bis zum Schluss, und nahezu ganz normal.
Nach der Häutung vor der Eiablage sollte man wenn, nur noch kleine Futtertiere füttern.
Anscheinend kann es nämlich durchaus zu Problemen durch Auswürgen oder Verstopfung kommen, wenn die Eier schon so gross sind, dass es für Kot im Darm kaum Platz gibt.
Um das zu vermeiden, kann man dann am besten vielleicht wirklich die letzten beiden Wochen auf eine Fütterung verzichten - allerdings verweigern hier die allermeisten Kornnattern sowieso.
Die Eiablage erfolgt dann ca. anderthalb bis zwei Monaten nach erfolgreicher Befruchtung - in der Regel geht dieser noch eine Häutung vorraus.
Das Weibchen wird dann sichtlich nervöser, und sucht nach einem geeigneten Ablageplatz.
Findet sie keinen, kann dies zu einer Legenot führen - welche dann tierärztlich behandelt werden sollte.
Am besten stellt man ihr daher mehrere mögliche Boxen, Schalen oder umgedrehte Töpfe zur Auswahl, die mit feuchtem Substrat gefüllt sind und in einer warmen Zone stehen. Man könnte auch schlicht sagen - eine etwas grössere WetBox.
Mögliche Substrate, die bei den meisten Weibchen sehr beliebt sind, wären Sphagnum-Moos und Erde.
Hat das Weibchen dann eine geeignete Stelle gefunden, vergräbt sie sich nicht selten darin oder bleibt zumindest dort zusammengerollt liegen, und ist oftmals erst dann wieder zu sehen, wenn sie ihre Eier abgelegt hat.
Die Eiablage erschöpft das Weibchen sehr, und kann sich auch einen ganzen Tag hinziehen - vorallem wenn es viele Eier sind. Daher sollte man nicht gleich eingreifen und das Tier möglichst wenig stören, denn Stress könnte zu einer Legenot führen.
Die Eier sollten nicht gedreht werden, da dies zum Absterben der Föten führen würde.
Befruchtete Eier sind prall und weiß - unbefruchtete Eier (Wachseier) eher gelb und in der Regel unförmiger als erstere (Vergleich siehe Foto unten). Wachseier kann man gleich entsorgen, die normalen Eier aber (sobald alle gelegt wurden) vorsichtig in den Inkubator überführen, bei Temperaturen von 27/28° und einer Lf von 90-100%.
Durch Wachseier oder andere Umstände kann es zu einem Schimmelbefall an den Eiern kommen.
In der Regel schadet der Schimmel befruchteten Eiern zwar nicht, und nicht selten schlüpfen sogar aus total verschimmelten Gelegen noch Jungtiere, aber regelmässig entfernen sollte man ihn doch - mit einem Pinsel oder einen feuchten Tuch.
Möchte man ihn ganz los werden, so schwören sehr viele auf Kohlenstaub. Dieser wird auf die befallenen Stellen mit einem Pinsel aufgebracht und soll dann den Schimmel eindämmen.
Aber vorsicht - zuviel Kohlenstaub und die Eier ersticken, also sparsam damit umgehen!
Bei mir hat der Kohlenstaub leider garnicht gewirkt, sodass ich auf einen anderen Tipp zurück gegriffen habe: Betasaidona verdünnt mit Wasser auf die betroffenen Stellen mittels Pinsel auftragen. Das hat dann auch wirklich schnell Erfolg gebracht, und innerhalb zweier Tage war kein erneuter Schimmelwuchs erkennbar.
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