Tipps für Futterverweigerer

  • Ein neuer Tipp aus den USA:
    Pinkies haben manchmal Urin von der Mutter oder Geschwistern an sich, oder auch andere Gerüche, die die Kornnattern vom Fressen abhalten könnten. In den USA haben mehrere Züchter Testläufe mit dieser neuen Methode gemacht, und damit zwischen 30-60% an Erfolg verbuchen können, wo andere gängige Methoden versagt hatten. Es ist ganz simpel: Man wäscht den Pinky mit einer unparfümierten Seife um alle störenden Gerüche zu beseitigen, spült ihn gut ab, damit keine Seifenreste mehr an ihm sind, und bietet es der Kornnattern dann an.
    Zusätzlich kann man danach die Pinkies aber auch neu verwittern (siehe weiter unten).
  • füttern in einer sehr engen, abgedunkelten Box (Tuch drüber legen oder Box in Schrank stellen), dem Tier hier mind. 2 Stunden Zeit geben
  • füttern in einem kleinen Stoffsäckchen oder einer Socke, dem Tier hier 1-2 Stunden Zeit geben
  • füttern im Terrarium selbst, Ablegen des Pinkies vor/in dem bevorzugten Versteck
  • hält man mehrere Tiere im Terrarium, den Verweigerer vorerst separieren - in manchen Fällen reagieren einzelne Tiere mit starkem Stress auf Artgenossen, und fressen besser, wenn sie einzeln sitzen
  • Pinky über Nacht im Terrarium/der Box mit der Schlange belassen
  • wenn man normalerweise nur tote Pinkies anbietet, mal mit einem lebenden probieren (und umgekehrt)
  • verwittern des Pinkies mit dem intensiveren Geruch der Alttiere oder Echsen(-haut)
  • Futterneid wecken, zwei Nattern gleichzeitig in einer Box/Terrarium Pinkies anbieten. Oftmals frißt das Tier das verweigert hatte, dann doch noch. Nur unter Aufsicht!!
  • toten Pinky mit Huhnfett beträufeln/darin eintauchen (dazu Teile eines Huhns kochen, Fett abschöpfen)
  • Teile eines Eintagskükens anbieten / Stücke von rohem Huhn oder Pute - später kann man dann die Pinkies damit verwittern, und das Tier auf normale Ernährung umstellen, da Geflügel auf Dauer zu Mangelerscheinungen führt
  • Pinky einer anderen Art verwenden, beispielsweise einen Vielzitzen-/, Hamster-/, Gerbilpinky (etc.)
  • totem Pinky den Schädel anritzen, Hirnmasse herausdrücken
  • toten Pinky am Bauch anschlitzen, etwas Blut herausdrücken
  • einen toten Pinky einige Stunden unter dem Spot liegen lassen, bis er etwas eklig wird, manche Schlüpflinge stehen richtig drauf, und fressen dann (nein, die "Leichengifte" schaden nicht)
  • Reizfütterung: die Natter mit dem Pinky, den man mit einer Pinzette hält, an der Körpermitte anstupsen, bis sie zustösst, und den Pinky im Maul hat (erfordert oft viel Geduld, und hat meist eher den Erfolg, dass das Tier angstvoll zurückweicht)
  • Bioserin/Bird Bene Bac verabreichen (wirkt Appetitangregend, baut die Magen-und Darmflora wieder auf, stärkt und kann kurze Zeit als Futterersatz dienen)
  • Rinder-Markknochen auskochen, die Brühe daraus (natürlich ohne zusätzliche Würze) verabreichen - soll in etwa den selben Effekt erzielen wie Bioserin/BBB
  • wenn alles nichts hilft, kann man den Schlüpfling überwintern lassen, einige Züchter haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht (Achtung: das Risiko besteht, dass das Tier während der Überwinterung verstirbt, wenn es zu schwach ist oder nicht erkennbare innere Defekte aufweist)
Diese Tipps haben bei vielen geholfen, allerdings sind sie natürlich keine Garantie darauf, daß es auf jeden Fall klappen wird. Leider gibt es immer wieder Ausnahmen, die durch nichts und niemanden zum Fressen gebracht werden können...dann muß man sich überlegen, ob man stopfen will, oder der Natur ihren Lauf lässt.
Auch Stopfen führt nicht immer zum gewünschten Ziel, das Tier kann trotzdem versterben oder sehr langes Stopfen (über Monate hinweg) kann möglich sein.
Wichtig ist, daß alle anderen Faktoren ausgeschlossen werden können, die das Tier vom Fressen abhalten könnten.

Diese sind:
  • Erkrankung, Parasiten -> unbedingt durch einen reptilienkundigen Tierarzt abklären lassen, ob das Tier gesund ist, oder eine Behandlung notwendig ist! Adressen unter "Links"!
  • Haltungsbedingungen -> sind sie optimal oder doch zu kühl/zu heiß/zu feucht?
  • Terrarium -> bietet es genug Versteckmöglichkeiten?
  • Umgang mit dem Tier -> gibt man dem Tier genug Ruhe, oder händelt man es dauernd/ändert fast täglich irgendetwas im Becken/sucht es dauernd im Bodengrund, weil es sich versteckt? Händeln der Schlange bedeutet Stress für das Tier, worauf manche sehr empfindlich reagieren können. Oft reicht es, genug Ruhe zu gewährleisten, und alles wendet sich zum Positiven.
  • Fütterungsrhythmus -> immer mind. 3 Tage zwischen den Fütterungsversuchen verstreichen lassen, bietet man dauernd etwas an, stresst dies ungemeint, und weiteres Verweigern kann die Folge sein
  • hat man die Eingewöhnungszeit von 5-10 Tagen eingehalten? Oftmals brauchen die Tiere diese Ruhezeit, und fressen erst, wenn ihr Stresspegel wieder gesunken ist.
  • Häutung -> Viele Schlangen nehmen erst garkein Futter an, wenn sie in die Häutung gehen oder schon mitten drin sind.
    Schlüpflinge vor ihrer ersten Häutung nehmen in der Regel nichts an, erste Haut also abwarten.


© by Carmen D.
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